Thomas Wark Fußballdepp

[Korrektur: Ich hatte eigentlich gedacht, Bela Rethy hätte das Fußballspiel kommentiert, musste aber heute früh feststellen, dass es Thomas Wark war. Das macht es natürlich nicht besser, dafür diesen Beitrag falsch. Ich habe die entscheidenden Stellen korrigiert und etwas ergänzt. Wer den Artikel vorher schon gelesen hatte: Tur mir Leid, der Fehler geht auf meine Kappe.]

Das Spiel ist aus, die Bayern haben Mönchengladbach 3:1 geschlagen und stehen in der nächsten Runde des DFB-Pokals. Die Partie war nicht schlecht, aber eben kein klassischer packender Pokalfight, da nach Bayerns 2:0-Führung eigentlich klar war, wer weiterkommt. Nur einer hatte das noch nicht begriffen. Und dieser eine saß dummerweise auf dem Platz des Kommentators. Schöne Grüße an Thomas Wark an dieser Stelle…

Schon in der Halbzeitpause hatte sich Johannes B. Kerner, der alte Kuscheltalker, dazu erdreistet, zu fragen, ob man zwischen dem Zweit- und dem Erstligisten einen Unterschied erkenne. Ja, wer hat denn dies nicht getan? Bayern war dominierend und baute Druck auf, Gladbach fuhr vereinzelt Angriffe, die aber allesamt verpufften. Aber geschenkt, dass der Baptist wenig bis nix vom Spiel mit dem runden Leder versteht, das ist ja heutzutage keine Neuheit mehr.

Aber dass der Mann mit dem Mikrofon, der 90 Minuten lang reden darf, völlig ahnungslos ist, was sich da unten auf dem Spielfeld ereignet, das war mir bislang neu. Wark war ein Fähnlein im Winde, wenn er nicht gerade die definitiv schwächeren Gladbacher stark redete.

So etwa um die sechzigste Spielminute herum. Gerade hatte Luca Toni für die Bayern auf 2:0 erhöht. Schon zuvor hatte Wark Statistiken zitiert, seit denen die Münchner seit April 2007 ungeschlagen ist. Mit dem 2:0 schlägt seine Meinung um. Das könne ja noch mal spannend werden, Gladbach hätte auswärts zuletzt immer drei Tore geschossen. Dass Gladbach in der zweiten Liga eher selten gegen den deutschen Rekordmeister, der auch bislang in der Bundesliga ungeschlagen ist und auch nur einmal Punkte abgeben musste, spielt, schien längst verdrängt. Na klar, 3 Tore in einer halben Stunde – kein Problem für Gladbach!

Später verkürze Gladbach dann auf 2:1 durch einen beeindruckenden Weitschuss. Nun sah Wark das Spiel auf der Kippe. Hätten es die Bayern denn jetzt schon nötig, auf Zeit zu spielen? Man sah die Roten schon förmlich zittern – 20 Minuten zu spielen und gegen einen Zweitligisten nur eins zu null vorne! Huiuiui, das konnte ja nur schiefgehen… Übrigens: Kaum hatte Wark diese Sätze von sich gegeben, da erzielte ein gewisser Klose das 3:1 für Bayern, die Sache war endgültig gegessen. Das hatte auch Herr Wark kapiert, der jetzt von einem ungefährdeten Sieg der Bayern sprach. Wark, der Ultra-Adenauer: Was interessiert mich mein Geschwätz von vor zwei Minuten?

Aber den ultimativen Abschuss hatte er sich ohnehin schon ein paar Minuten zuvor geleistet: Immer wieder flogen bei Ecken vor dem Bayern-Tor Bälle aufs Spielfeld, die da nicht hingehörten. Der Schiedsrichter wandte sich diesbezüglich an Lucio, der sich daraufhin auf den Weg zur Bayern-Bank zu begeben, um die Information weiterzugeben. Wark zum Gespräch von Lucio an der Bank: „Da erhält er von Ottmar Hitzfeld neue Anweisungen. Deck den Friend [also Gladbachs Stürmer] enger.“ Blöd bloß, dass Lucios Gesprächspartner eine rote Jacke trug und Ottmar Hitzfeld seinen schwarzen Mantel. Aber hauptsache mal was behauptet, muss ja nicht stimmen…

A propos Friend, den bezeichnete Wark gerne mal als den von Hitzfeld propagierten neuen Typus, den „Wandstürmer“. Mal ganz abgesehen von der Grausamkeit dieses Ausdrucks, der einfach nur hohl ist: Wie sinnvoll ist es, einen Stürmer eng zu decken, der sowieso nur Bälle auf nachrückende Kollegen prallen lässt und selbst das runde Leder nicht ins Tor kriegt? Ist es da nicht sinnvoller, die abprallenden Bälle unter Kontrolle zu kriegen? Oder sollen wir doch eng decken, die Bälle weghauen und damit direkt zu den nachrückenden Borussen spielen, die auf einen Ball von Friend gelauert hatten? Wark, was haben wir uns denn dabei gedacht?

Wieso gönnen wir uns nicht den Luxus und zahlen einen Bruchteil eines Cents extra an Rundfunkgebühren, um uns diesen Quatsch zu sparen und uns statt dessen einen Marcel Reif bei den Öffentlich-Rechtlichen zu gönnen? An die ganzen britischen Kommentatoren kommen wir ja sowieso nicht ran…

-Max

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6 Antworten zu “Thomas Wark Fußballdepp

  1. Also Bela Rethy find ich ja super. Thomas Wark dagegen, ich gebe Dir völlig recht, ist eine totale Pflaume. Ich hab zwar das Spiel gestern nicht gesehen, aber in anderen Spielen schon durchaus ähnliche Gedanken gehabt wie Du!

    Johannes B. Kerner, dieser Möchtegern-Betroffenheits-Moderator, der nebenbei auch noch Fußball mit Urs Meier und Kloppo kommentieren/moderieren darf. Ich verabscheue den, und nachdem ich neulich gesehen habe, wie er Eva Herman mit GANZ unseriösem Journalismus in seiner Sendung abgezogen hat, hab ich jeglichen Respekt vor ihm verloren (nicht, daß ich Eva Hermans Thesen gutheiße, aber was Kerner da machte, war GANZ unfein!)…

    Wie auch immer: Ich will Bela! 🙂

  2. Wegen Bela Rethy: In meinem ursprünglichen Posting stand, dass ich Bela Rethy bis jetzt eigentlich ganz gut fand, er sich aber gestern selbst untertroffen hätte. Deswegen auch von mir: Rethy an sich okay.

    Also Wark hat’s gestern bei mir aber echt verschi**en. Der hat einen irgendwann echt das Spiel versaut, vor allem das Ding mit Lucio und dem angeblichen Dialog mit Hitzfeld war halt echt nur noch Pseudo-Journalismus und einfach schlecht…

    Wenn du Bela willst, will ich Marcel! So!

  3. Ich finde allgemein sind deutsche Kommentatoren allesamt Deppen. Es gibt kaum fähige, die keinen Stuss labern.

    Und zu den beiden (Reif und Rethy): Die sind auch nicht besser, sorry…

    Na ja, die allergrößten Deppen waren sowieso die Arena-Kommentatoren…

  4. Ich hab’s ja oben schon mal angedeutet, dass ich die englischen Kommentatoren noch mehr mag, aber da muss man wirklich total konzentriert dabei sein, um als Ausländer was zu verstehen. Aber dieser Redestil, diese Nähe zum Spiel…
    Was ich auch gut finde: Den Gravis FC-St.-Pauli-Podcast. Die Jungs berichten von jedem Pauli-Spiel, sind natürlich Pauli-Fans und kommentieren dementsprechend. Aber irgendwie find ich sie gut! (Man muss dazusagen: Die Jungs machen normalerweise den Live-Kommentar für die blinden Zuschauer am Millerntor. Deswegen auch immer nah am Spiel und vor allem unglaublich schnell gesprochen)

    Ich glaub, ich mach noch mal nen Beitrag über Fußballblogs…

  5. 2 kurze Kommentare zu den bisherigen Aussagen.

    1. Na ja, die allergrößten Deppen waren sowieso die Arena-Kommentatoren…

    Im Grunde sind die jetzigen Premiere-Kommentatoren auch die Arena-Kommentatoren gewesen, narürlich ganz betrunkene ausgenommen.

    2. dessen einen Marcel Reif bei den Öffentlich-Rechtlichen zu gönnen

    Dieser Mann ist schon seit Jahren einfach nur schlecht und zudem merkt man bei fortlaufendem Spiel seinen steigenden Alkoholpegel. Schonmal ein Verlängerungsspiel bei der WM oder in der CL gesehen? Der Mann ist vom ganzen Rotwein nur noch bescheuert in der Birne.

    Von den deutschen Kommentatoren gehen genauso wie bei den Schiedsrichtern ganz wenige. Abgesehen von seiner Verwurstung für Pro Evo gehört Wolff Fuss zu der Kategorie geht. Dabei auch oder insbesondere bei Spielen der Premiere League, da er von englischem Fußball eine gewisse Ahnung hat.

  6. Also Marcel Reif fand ich bislang in der Champions League immer ordentlich.

    Wolff Fuss habe ich noch nie bewusst gehört, und dank Premiere wird das auch nicht so bald geschehen. Oder kommentiert er irgendwann einmal ein Europapokalspiel, das im FreeTV übertragen wird? Würde mich mal interessieren, die Infos aus seinem kleinen Wikipedia-Artikel wirken durchaus vielversprechend.

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