Aus der Presse: Wie man nach England kommt

Soeben erschien mein Auftaktartikel für England, der natürlich von langer Hand vorbereitet war. Der Zeichenzähler zeigt 19.054 Zeichen an und wer Lust darauf hat, kann das ja auch im Blog lesen…

Die griechische Ägäis. Flach liegt sie da, nur ab und zu schaukeln ein paar Wellen sanft die Yacht, auf der unser Gastgeber sich momentan befindet. Eine leichte, kaum spürbare Brise zieht übers Meer, die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel. Wie im Bilderbuch, mag man sich denken, doch es ist real.

Wir haben hier ein Treffen verabredet mit einem Mann, den man in den vergangenen Wochen nicht privat treffen konnte. Wenn man ihn reden hörte, dann stand er bei den Mikrofonen der Journalisten, beantwortete hastig ein paar Fragen. Man konnte ihm in diesen Wochen ansehen, dass er eigentlich lieber weitergehen wollte, dass er nicht bei den Reportern stehen bleiben wollte. Doch er musste es, so sind nun einmal die ungeschriebenen Regeln seines Berufs. „Wenn ich der Presse nichts sage, dann erfinden sie sich selbst irgendwelche Geschichten. Dann lieber reden…“, erklärt er uns. Er hatte jetzt eine Woche Urlaub, konnte sich ein wenig vom stressigen Dauergeschäft seines Berufs, seiner Berufung erholen. Er hat gesagt, er will Kraft tanken für seine nächste Aufgabe. Und hat lange gezögert, als wir ihn gebeten haben, ihn ein Mal besuchen zu dürfen. Schließlich hat er zugesagt, unter der Bedingung, dass er sich erst einmal drei Tage erholen dürfte.

Schon vom Motorboot aus sieht die Yacht aus wie frisch geputzt, in gleißendem Weiß strahlt sie in der Sonne, unwillkürlich kneift man die Augen zu. Man sieht sie von weitem und doch dauert es lange, bis man sie endlich erreicht hat und an Bord ist. Dort erwartet uns unser Gastgeber, Max Alletsee, Trainer von AO Veria, dem griechischen Rekordmeister. Seit wenigen Tagen muss man ergänzen: ehemaliger Trainer. Alletsee wurde nicht gefeuert, auch wenn die Ergebnisse in fünf Jahren Veria nicht immer optimal waren. Der Vorstand hielt an ihm fest und am Ende war es der Trainer selbst, der an eine neue Herausforderung dachte. Jetzt steht er auf dem Deck, trägt Leinenhose und Polohemd, die Augen sind von einer großen Sonnenbrille bedeckt, die Haut gebräunt. „Die griechische Sonne…“, grinst er uns an. Für das Treffen hat er vorgeschlagen, dass man ihm im Urlaub besucht, nur kurz. So macht man also Urlaub, wenn man es geschafft hat, direkt nach Amtsantritt mit Veria Meister zu werden.

Er bugsiert uns aufs Vorderdeck, wo man künstlich für Schatten gesorgt hat. Das hier sei sein Lieblingsplatz auf dem Schiff, erklärt er uns. Gekühlte Getränke stehen bereit, man ist auf unseren Besuch gut vorbereitet. Wie war das eigentlich damals mit AO Veria, wollen wir wissen, werfen den Namen seines Vorgängers Gerrik Darben in den Raum. Kurz nippt Alletsee am Pfefferminztee, dann beginnt er zu erzählen, von den turbulenten Zeiten damals: „Zu dieser Zeit stand ich eigentlich bei Olympiakos Piräus unter Vertrag. Der Klub war eigentlich Abonnent für die letzten Plätze in der Liga und hatte jedes Jahr Glück, dass die Zweitligisten noch nicht aufstiegen. Ich hatte es tatsächlich geschafft, den Verein ein wenig auf Vordermann zu bringen, habe versucht, mit Konstanz nachhaltig gute Ergebnisse zu erzielen. Die Spieler haben zuerst sehr positiv reagiert, mein Rezept ging voll auf, wir zogen in der nächsten Saison in den UI-Cup ein. Von da an haben wir immer wieder ein bisschen zu hoch gepokert, zu riskante Transfers gewagt. Wir konnten das gute Ergebnis nicht bestätigen, mussten uns wieder Jahr für Jahr mit dem Abstieg befassen und haben es dann doch noch immer rechtzeitig geschafft, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Wie gesagt, unsere Transfers haben alle nicht wie erhofft eingeschlagen, die Erwartungen aus dem Umfeld waren zu hoch. In meinem letzten Jahr bei Olympiakos bin ich dann zum Präsidenten marschiert und habe ihm erklärt, dass ich keine neuen Spieler mehr eingekauft sehen will und dass das Geld dafür in die Jugendschule gesteckt werden solle. Er hat etwas Zeit gebraucht und dann schließlich eingewilligt. Die Früchte davon konnte ich dann aber schon nicht mehr ernten, das hat mein Nachfolger übernommen. Es war zu dieser Zeit ein offenes Geheimnis, dass Gerrik Darben bei AO Veria ans Aufhören dachte. Er war von Anfang an dabei gewesen, hatte mit Veria alles erlebt, alles gewonnen. Auf seine alten Tage wurde er dann immer schweigsamer, lebte immer zurückgezogener. Veria versank eine Weile im Mittelmaß. Und irgendwann muss ihn noch einmal der Ehrgeiz gepackt haben, da zeigte er eine Saison lang das volle Repertoire und wurde am Ende Dritter. Wir anderen Trainer dachten schon, dass wir „den alten Darben“ wieder gesehen hätten. Mit ihm musste man rechnen, er wäre in der nächsten Saison bestimmt noch für eine Meisterschaft gut gewesen. Dann, von einen Tag auf den anderen, erklärte er der Presse, dass er an den Rücktritt denke. Er habe verfügt, dass der Verein für einen Nachfolger sorge.“ Alletsee macht eine kurze Pause, blickt kurz auf. Ob wir noch dabei wären? Jaja, weiter, weiter. „Die nächste Woche war das absolut Chaotischste, was ich in meiner ganzen Zeit als Profitrainer erlebt habe. Verias Präsidium zog alle Register, bereitete einen Plan B und einen Plan C vor, arrangierte Gespräche und Treffen. Ich war einer der Kandidaten, ein anderer war manuel, Trainer von Apollo Athen. Apollo und Piräus pflegten zu dieser Zeit eine herzliche Rivalität, was sich zwei Mal jährlich in packenden Derbys entlud. Persönlich hatte ich aber zu manuel ein gutes Verhältnis und uns allen war von vornherein klar, dass man auf jeden Fall die beste Lösung für Veria finden müsse, persönliche Eitelkeiten waren da völlig fehl am Platze. Veria verhandelte in erster Linie mit manuel und es sah schon nach einem erfolgreichen Vertragsabschluss aus, da machte manuel plötzlich einen Rückzieher. Die Gründe weiß bis heute kein Mensch, er hat sich einfach geweigert, seine Unterschrift unter den Vertrag zu setzen. Man kann sich vorstellen, in welcher Laune Verias Präsident da war… Auf jeden Fall erhielt ich sofort einen Anruf, ich solle sofort nach Veria kommen, wenn ich an dem Trainerposten noch interessiert sei. Es hatte einige Vorgespräche gegeben, doch mir war klar, dass ich an manuel als Kandidat nicht vorbeikommen würde. Während der Zugfahrt ließ ich mir die Situation durch den Kopf gehen. Ich hatte soeben bei Olympiakos dafür gesorgt, dass einige Spieler aus den Jugendmannschaften den Sprung ins Profiteam gepackt hatten. Ich setzte große Stücke auf sie, hatte sie seit Jahren bei Spielen gesehen und wusste, dass sie in mein Konzept passten. Vielleicht würde es damit gelingen, dass Olympiakos seinen Ruf als ewiger Verlierer würde abschütteln können. Gleichzeitig war da dieses Angebot aus Nordgriechenland, ein wahrer Traditionsverein. Gerrik Darben hatte den Verein von Beginn an begleitet und unglaubliche Erfolge in Griechenland und Europa gefeiert – und jetzt hatte er den Verein verlassen. Ich dachte an das weitere Schicksal dieses Vereins. Wer würde dort unterschreiben, wenn ich es nicht tat? Würde dort ein weiteres Mal das Experiment scheitern, jungen unerfahrenen Trainern viel Macht in die Hand zu geben? Ich malte mir Horrorszenarien aus, der fünfmalige Meister würde in den Niederungen der inzwischen existierenden zweiten Liga verschwinden. In Veria wurde ich in die Verhandlungsräume gebracht. Eigentlich hatte ich geplant, dem Präsidenten meinen inneren Zwiespalt vorzutragen, in der Hoffnung, dass er meine Bedenken entkräften könnte. Ich hatte Skrupel, Olympiakos einfach so über Nacht zu verlassen, den Vertrag zu zerreißen und woanders anzuheuern. Doch dann sah ich da den Vertrag auf dem Tisch liegen. Es war kein fein säuberlich ausgedrucktes Exemplar. Man hatte einfach manuels Namen herausgestrichen und mit dem Füllfederhalter an den entsprechenden Stellen meinen Namen eingefügt. Ich sah noch das Original dieses inzwischen nichtigen Vertrages zwischen Veria und manuel – mit dem einzigen Unterschied, dass man so kühn war, einfach meinen Namen hinzuzukritzeln. Ich weiß nicht mehr, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging, aber ich habe noch direkt vor Augen, wie ich den versammelten Herren der Reihe nach ins Gesicht sah, dann zum Tisch schritt und mit dem bereit liegenden Füllfederhalter meinen Namen unter die Sache setzte. Ich hatte den Vertrag nicht einmal durchgelesen! Unter den Vereinsfunktionären brach sofort Applaus aus, der Präsident kam zu mir und nahm mich in den Arm.“ Wieder schaut der Trainer auf, kontrolliert uns mit einem Blick, ob wir wissen, dass er diese Geschichte zum ersten Mal überhaupt erzählt. Zufrieden wendet er sich wieder ab. „Es ist schon erstaunlich, wie wenig man in diesem Moment darüber nachdenkt.“ Wieder grinst er. Wir sollen Fragen stellen, fällt ihm ein, er habe doch jetzt so lange geredet. Wir wollen, dass er die Geschichte dieser Spielzeit weitererzählt. „Zu dem Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung war die Saison schon ein paar Spieltage alt, man konnte jede Mannschaft also schon so ein kleines bisschen einschätzen, man wusste ungefähr, wer was reißen würde und wer nicht. Als neuer Trainer hat man es immer schwer, aber bei Veria – das wusste ich – würde eine doppelte Last auf mich zukommen. Ich war nicht nur der neue Trainer, ich war natürlich gleichzeitig der Nachfolger Gerrik Darbens, dieses Jahrhunderttrainers. Ich habe dann erst einmal dem Training nur zugeschaut und Darbens alten Trainerstab die Übungen leiten lassen. Eine halbe Woche ging das so, die Jungs gingen trainieren als sei nichts geschehen und wussten natürlich sehr wohl, dass etwas geschehen war. In dieser halben Trainingswoche habe ich abends fieberhaft an meinen neuen Trainingsplänen gearbeitet, habe mir immer wieder Teile von Darbens altem Stab bestellt und mir Details zu den Spielern erzählen lassen. Wer war verletzungsanfällig, wer war belastbar, solche Sachen. Wir haben zusammen dann ein Programm ausgearbeitet, an den Abenden. Ich war sehr nervös, ob es klappen würde. Die Spieler waren zu einhundert Prozent an Gerrik Darben gewöhnt, er hatte sie ausgesucht, er hatte sie jahrelang trainiert und auf die Spiele vorbereitet. Und auf einmal war ich da und Darben weg. Nun ja, ich habe dann gemerkt, dass ich ein gewisses Risiko übernehmen muss und habe dann in der zweiten Wochenhälfte die Trainingseinheiten selbst geleitet. Aber es waren noch immer nicht die neuen Einheiten von meinem Plan, sondern Gerrik Darbens Schule. Ich habe die Jungs dann auf das Spiel eingestellt und angekündigt, dass in der folgenden Woche ein neues Trainingsprogramm gestartet werden würde. Wie meine ersten beiden Spiele ausgingen weiß ich heute gar nicht mehr, ich war damals sehr fokussiert darauf, dass mein Trainingsplan stimmte. Was waren da schon zwei verkorkste Spiele im Vergleich zu einer verkorksten Saison? In der nächsten Woche habe ich dann das Training umgestellt, habe die technischen Übungen sanft zurückgefahren und mehr auf die Physis der Spieler geachtet. Wir machten Waldläufe, ich schickte den ganzen Defensivblock gemeinsam in den Kraftraum, während ich mit den Offensiven Sprints trainierte. Meine Strategie war es, dass wir noch einmal eine Schippe drauf legen können, wenn alle anderen Mannschaften schon längst über ihre Leistungsgrenze hinaus waren. Dass es dabei in den ersten Spielen schlimm ausgehen würde, war mir bewusst, die Spieler mussten erst einmal das härtere Training verkraften. Nach einer Zeit war das geschehen und wir starteten in der Liga die Aufholjagd auf die vorderen Plätze. Die ganze Zeit schon hatten wir uns im Mittelmaß bewegt, nie wirklich abstiegsgefährdet, dafür war die Mannschaft zu gut, aber eben auch nie oben mit dabei. Aber das großartige an der Sache war: Die Spieler und ich, wir merkten, dass das Training Wirkung zeigte. Wir konnten manche Gegner schlicht und einfach in den Boden rennen, entwickelten nach einigen Spielen eine ungeheuer schnelle Offensive und einen robust stehenden Verteidigungsblock. Wir waren gefährlich! Das Größte war es, als sich die Saison dem Ende zuneigte. Es gab nicht die üblichen Serien von Ausfällen, die Jungs waren alle auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte. In den letzten Wochen krochen andere schon auf dem Zahnfleisch, wir hingegen konnten noch einmal Alles geben! Vor dem letzten drei Spieltagen hängte unser Kapitän in der Kabine dann eine Tabelle auf. Wir waren auf dem zehnten Platz, aber wir wussten, dass wir noch den ein oder anderen Platz nach oben rutschen konnten. Wir haben uns vor den drei entscheidenden Spielen geschworen: Alles geben, jeder! Und es war dann wie ein Rausch. Wir spielten Tempofußball, dem die Gegner nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Wir rannten, wir kämpften, wir grätschten, wir bissen, wir fraßen Gras. Und wir schossen Tore und arbeiteten uns immer näher an die Spitze heran. Der UI-Cup war unser Minimum, der UEFA-Cup war unser Ziel. Und plötzlich spielten die ganzen anderen Klubs für uns, wir gewannen, die anderen ließen nach. Und auf einmal kam dann mein Co-Trainer zu mir und zeigte mir eine Blitztabelle, auf der wir Meister waren. Ich wollte es ihm zuerst gar nicht glauben, schließlich waren wir kurz zuvor noch auf einem zweistelligen Tabellenplatz gewesen. Ich gab Anweisung, das überprüfen zu lassen. Währenddessen ging das Spiel natürlich weiter, ein Angriff nach dem anderen rollte auf das gegnerische Tor.“ Wieder blickt Alletsee auf, wischt sich mit der Hand über die Lippen, nippt am Tee, völlig versunken in seiner Erzählung. „Irgendwann kam dann mein Co-Trainer wieder, er hatte die Blitztabelle überprüfen lassen, sie war korrekt. In dem Moment verschwamm das Spiel vor meinen Augen. Im Moment waren wir Meister! Er musste mich kurz ohrfeigen, damit ich wieder der Partie folgen konnte. Von da an stand ich nur noch an der Seitenlinie. Ich glaube, ich habe nicht viel reingerufen, sondern habe mich eben nur hingestellt und zugesehen. Als der Abpfiff nahte, verschwand wieder einer in den Katakomben. Natürlich hatten inzwischen die Zuschauer Wind von der Sache bekommen, auch die Spieler wussten bescheid. Ich wundere mich noch heute, wie sie einfach weitergemacht, nicht nachgelassen, sich weiter konzentriert haben. Irgendwann pfiff der Schiedsrichter ab und wir erhielten Meldung aus den Katakomben: Alles war so geblieben wie bisher, die letzte Blitztabelle war korrekt.“ Er ist fertig mit seiner Erzählung, blickt uns an, grinst breit. Dann hebt er noch einmal an: „Wir hatten nie damit gerechnet, hatten nicht einmal Champagner bereitgestellt. Die spontane Feier am Abend war aber trotzdem heftig…“ In den folgenden Jahren habe man die ersten Erfolge aber nicht wiederholen können, sei aus der Champions League früh ausgeschieden und auch in Griechenland nach und nach abgebaut, bis es irgendwann hieß: Abstiegskampf.

Alletsee, das One-Hit-Wonder? In Finnland hatte er am Anfang seiner Trainerlaufbahn um die Meisterschaft mitgespielt, dann der Wechsel nach Algerien, wo eine schwere Krise der FIFA und der folgende Saison-Abbruch seinen ersten Meistertitel (mit Entente Sportiv de Sétif) verhinderten. Dann der Wechsel nach Griechenland, wo er den ewigen Abstiegskandidaten in den UI-Cup führte und im Folgenden wieder nachließ. Schließlich Veria, wieder ein großes Debüt und langfristig doch nur mittelmäßige Ergebnisse, einmal abgesehen von seiner letzten Saison, wo der Klub lange Zeit für einen internationalen Pokalwettbewerb qualifiziert war und schließlich auf dem zweiten Tabellenplatz landete. Ob er selbst an dieses Feuerwehrmann-Image glaubt? „Die Fakten sprechen dafür, aber ich glaube es nicht. Meistens waren diese ersten Erfolge auch im Folgenden ein großes Hindernis: Die Gegner waren besonders motiviert, diese aufstrebende Mannschaft zu besiegen. Und nicht zuletzt standen die Spieler auch unter einem nicht zu unterschätzenden Druck, diesen ersten hoffnungsvollen Ergebnissen weitere folgen zu lassen. Um das abzuschließen gab es dann auch noch die, die sich auf ihrem Erfolg ausgeruht haben. Frei nach dem Motto: Der Trainer sorgt schon dafür, dass das Ergebnis stimmt.“ Ob er glaubt, dass das bei seinem neuen Verein anders wird? „Ich hoffe es. Lieber mit durchschnittlicheren Resultaten anfangen und sich dann langsam steigern.“

Tee wird nachgeschenkt, die Themen wechseln, das Gespräch kommt auf Powerkraut, seinen Nachfolger in Veria. Momentan ist dieser noch nicht bei der Mannschaft, sondern weilt noch bei seinem alten Klub, um dort als Abschluss ein Turnier in der Sommerpause zu bestreiten. Powerkraut war der dienstälteste Trainer in Bulgarien, einer Liga, deren berühmte Trainer nach und nach ins Ausland abwanderten. Sie folgten dem Ruf des Geldes, dem Ruf großer Vereine, dem Ruf der traditionsbewussten europäischen Klubs, die auf die Strategen aus Osteuropa aufmerksam geworden waren. Powerkraut blieb, er glaubte an eine Renaissance der Liga. Doch die Situation wurde immer prekärer, neue Trainer kamen und gingen, die Fluktuation war hoch, manche Stellen blieben unbesetzt. Eine Liga, die eine ganze Reihe gut geschulter Fußballlehrer hervorbrache, blutete aus. Zuletzt konnte er selbst nicht mehr zusehen, sondierte Angebote aus dem Ausland. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alletsee beschlossen, sich auf die Suche nach einem Nachfolger bei AO Veria zu machen. „Ich habe mich umgesehen und eine ganze Reihe von Kollegen kontaktiert, größtenteils alte Haudegen. Albert Einstein war darunter, Florian Markert auch. Die meisten waren interessiert, waren aber mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden. Dann habe ich einen Tipp aus Portugal erhalten, dass Powerkraut von Rodopa Smolian zunehmend unzufrieden sein soll. Ich habe mich ein wenig schlau gemacht und bin in der folgenden Woche nach Bulgarien geflogen, um mir eine Trainingseinheit von Smolian anzusehen. Es war mitten im Winter und der Wind fegte über das Trainingsgelände. Eine halbe Stunde hat es gedauert, bis mir klar wurde, dass da unten auf dem Rasen der neue Trainer der Rossoblu stand. Nach den Spielen vom Wochenende habe ich ihn angerufen. Wir haben uns lange unterhalten über die derzeitige Situation und gegen Ende habe ich ihm gesagt, dass ich ihn gerne auf der Trainerbank von Veria sehen würde und er sich melden solle, wenn er Interesse habe. Einige Tage später war er wieder am Telefon und wir haben die Details festgemacht.“ Powerkraut war der definitiv erfolgreichste Vertreter der bulgarischen Trainergeneration, ein echter Erfolgscoach. Vier Mal in Folge war der Klub unter ihm Meister, die einzigen nationalen Erfolge von Smolian. Gleichzeitig wurde der Verein damit der bulgarische Rekordmeister. Vier Titel in Folge wird er wohl in Griechenland nicht wiederholen können, doch die Erwartungen sind groß. Auch Max Alletsee hält große Stücke auf seinen Nachfolger: „Ich hätte nie gedacht, dass man vier Titel in Serie erringen kann, aber Powerkraut ist der Gegenbeweis. Ich erhoffe mir viel, vielleicht einen zweiten Gerrik Darben.“

Langsam senkt sich die Sonne gen Horizont, wir verabschieden uns herzlich. Der Motor unseres Bootes heult auf, als er sich durch die Wellen kämpft, zurück Richtung Festland. Wir denken zurück an das Gespräch, an die Stunden an Deck und es bleibt – ein Eindruck, eine Impression.

-Max

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Eine Antwort zu “Aus der Presse: Wie man nach England kommt

  1. Oh Mann, das ist ja unlesbar. Sorry, aber ohne ausreichende Absätze in diesem Streifen gepresst ist es eine Qual.

    *Abbruch*

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