Dukes Hommage an Copa

Gestern hat Duke einen Kommentar zu Nigga Kanes Hommage an Copa hinterlassen – und dort würden ihn wahrscheinlich leider die wenigsten lesen, denn der Beitrag ist ja jetzt schon etwas älter. Deswegen habe ich mir mal erlaubt, Dukes Kommentar herauszukopieren und hier noch einmal zu veröffentlichen. Er funktioniert auch ohne den eigentlichen Artikel und könnte ebenso als Beitrag alleine stehen.

So, jetzt will ich euch aber nicht länger auf die Folter spannen, hier Dukes Kommentar:

Die Spannung ist zum Durschneiden. Er kommt sich vor wie bei einer Bombenentschärfung. Seine Hände kribbeln, seine Beine wippen unaufhörlich. Er ist weder ansprechbar noch nimmt er wahr, was um ihn herum geht. Zum Glück ist es Freitagnachmittag. Den ganzen Tag – nein die ganze Woche – kommen ständig Leute ins Büro, Anrufe und eMails im Minutentakt. Ab Freitagnachmittag nimmt das tägliche Arbeitschaos langsam ab. Er tippt auf dem Web-Diensthandy rum. Vor Aufregung trifft er kaum die richtigen Tasten und schon hat er eine falsche Taste gedrückt. Mist, gleich nochmal. So jetzt hat er die richtige Tastenfolge eigegeben. Jetzt natürlich wieder das Warten. Ewig lange kommt es ihm vor. Er wagt kaum vom kleinen Handydisplay wegzuschauen. Erheischt aus dem Augenwinkel einen kurzen Blick auf die Uhr. Schon Viertel nach vier. Jetzt müsste es doch soweit sein! Ewig lange lädt das verdammte Handy die Daten runter, aber auf den Arbeitsplatzrechnern waren halt viele Seiten gesperrt. Hoffentlich kommt jetzt was. Jeden Freiag das gleiche Spiel.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen. Eine unverfängliche Mail hatte es gegeben. „Liebe Freunde, in zwei Wochen startet ein neues Fussball-PbeM. Bitte meldet Euch an unter http://www.CopaMudial.de“ Ohne lange über die Konsequenzen nachzudenken, hatte er sich in einem kurzen Anfall des Leichtinns angemeldet. Sogar sein bevorzugtes Team hatte er bekommen. Das war das Positive. Die Konsequenzen wurden ihn erst nach un nach klar.

Der erster Spieltag verlief wie viele andere danach. Erst kam die lange Zeit des Überlegens. Was sollte er setzten? Was würden seine Gegner setzen? Wollte ihm einer eine Heimniederlage verpassen? Ja, bestimmt! Na gut, dann mal flugs die sechs Tore gesetzt! Oder? Na ja, allzu oft hatte er am Ende der Saison erlebt, dass ihm ein paar Törchen gefehlt hatten. Mal waren es 5, mal zehn, mal aber auch nur 2 oder gar ein halben Törchen. Also, dann vielleicht doch nicht ganz so großzügig mit dem TK umgehen. Vielleicht doch nur ein Tore setzen? Ein 1:0 Sieg ist natürlich das ideale Ergebnis. Aber andererseits. 1:2 Heimniederlage ist so was von ärgerlich. Jede Heimniederlage kostet mindestens einen Platz in der Endtabelle. Also vielleicht doch die 3? Aber viele setzten auch eine 4 auswärts. Dann vielleicht doch die 5? Hmm, 5:4 wäre gut aber andererseits ein 5:0 Sieg wäre ganz schön viel TK-Verschwendung. Ein 5:6 hingegen die blamabelste Heimniederlage, die es gibt. Also doch eine 6? Hmmm, und wenn der nun die 0 setzt? Also, doch ne 1? Shit, back to square one.
Jetzt hatte er eine Idee: Er brauchte nur alle möglichen historischen Ergebnisse seines Gegners zu studieren, dann wüßte er, was dieser setzen würde. Also, dann nochmal die Ergebnisse studieren. Nach langem Studieren wirds dann so langsam klar. Aha, das will der wohl setzen. Gut, den einen hätte ich dann schon mal. Jetzt musste er nur noch die anderen Spiele entsprechend planen. Einige Zeit später dann die siegesgewisse Zugabgabe. Perfekt! Das wird wieder ein schöner Freitag. Drei Siege neun Punkte, katsching! Ding, ding, ding, ding ding! Schön. Jetzt konnte er beruhigt zu Bett gehen.

In den folgenden Tagen kommt ihm noch das ein oder andere mal sein Spielzug in den Sinn. War es richtig, was er gesetzt hat? Ein paar kleine Zweifel mal hier und da. Nichts, was man nicht schnell beiseite schieben kann. Schließlich hatte er lange analysiert. Ein Fehler war kaum möglich.

So, auf dem Handy tut sich gerade was. Mist, noch immer keine Auswertung. Das ist ja zum verrückt werden. Er war sicher gewesen, dass es jetzt soweit ist. Na, dann erstmal wieder paar Minuten Arbeit weitermachen und dann die nächste Anfrage starten. Auch diese, ebenso wie die weiteren, im Minutentakt abgeschickten Anfragen führen immer wieder zur gleichen Anzeige: „Es läuft gereade eine Auswertung ..Bitte habe einen wenig Geduld“ Wie oft hatte er diese Seite gesehen? Um die Wartezeit nochmal zu überbrücken, geht er noch mal zum Werksshop holt sich noch eine Kleinigkeit zu Essen.

Nach einem weiteren vergeblichen Aufruf der Seiten liegen die Nerven blank. Er folgt seinem Tunnelblick. Nimmt von seiner Umgebung fast nichts mehr wahr. Er murmelt zu sich selbst. Kalter Schweiß bedeckt seine Stirn. So oder ähnlich ging das nun jede Woche seit acht Jahren. So hatte er sich das bei der Anmeldung nicht vorgestellt. Es war keine Suchtwarnung gegenen worden. Eigentlich sollte alles Spass sein. Mehrfach hatte er überlegt, das Handtuch zu schmeissen, um seine Nerven zu schonen. Er konnte es sich schon ausmalen. Wenn er verliert, dann ist das ganze Wochenende schon versaut. Er würde bis zur nächsten Woche keinen Blick mehr auf die Seiten werfen. Ganz anders, wenn es gut läuft. Dann würde er das ganze Wochenende immer wieder die Seiten aufrufen. Sich an der Tabelle satt sehen. Ja, das waren die beiden Möglichkeiten. Was würde es wohl dieses Mal geben?

Inzwischen ist es schon 17:30. Um diese Zeit gabs in den letzten Wochen immer die Resultate. Noch nervöser als vorher tippt er die richtige Reihenfolge in die Handytastatur. Aha, jetzt tut sich was! Die Seiten bauen sich auf. Erst das linienförmige Hinterggundmuster. Nun würde es noch ca. 30 Sekunden dauern, bis die Ergebnisse kamen. Von seiner Zuversicht, alles richtig getippt zu haben, ist nicht mehr viel übrig. Er hofft, zumindest seine Heimspiele gewonnen zu haben. Das Handy – wie immer langsam – baut zunächst einmal die linke obere Seitenelemente auf. Danach – er kannte es zu gut – kommt die linke Seitenleiste. Natürlich weiss er, dass die Ergebnisse in der mittleren Leiste stehen. Er scrollt schon mal die sichtbare Bildschirmfläche auf die Stelle, wo gleich die Tabelle erscheinen wird. Und da ist es, Platz für Platz wird die Tabelle aufgebaut – es kommt him vor wie Stunden. Langsam von oben nach unten. Natürlich weiss er, wieviele Punkte er im Idealfall hat. Als nächstes müsste sein Team kommen – wenn alles gut gelaufen ist..

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3 Antworten zu “Dukes Hommage an Copa

  1. Sehr schön – das beschreibt denke ich die Gedankengänge Vieler hier am Freitag! :-)))

  2. Nur gut, dass ich dann schon Zuhause sitze und nicht auf mein Handy gucken muss……. Da würde ich ja direkt nen Herzkasper kriegen.

  3. echt n1

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