Tea Time! #7

Dear readers,

wie vielleicht der eine oder andere weiß, war ich lange Zeit gemeinsam mit Kent Karlsson Trainer in der Alpha Ethniki, der ersten griechischen Liga; er leitete Panathinaikos, ich anfangs Olympiakos Piräus und später AO Veria. Dabei war es stets er, der die Erfolge verbuchen konnte (drei Meisterschaften, ein Mal die Champions League), während ich mein Dasein eher im Mittelfeld der Tabelle fristete. Dennoch verband uns eine gemeinsame Geschichte, wir schrieben die griechischen Kolumnisten und gleichzeitig zu Beginn auch als „die jungen Wilden“ bekannt, die die traditionsreiche griechische Liga aufmischten. Gemeinsam beendeten wir irgendwann das Kolumnenprojekt und gleichzeitig – aber nicht abgesprochen – verließen wir Griechenland, um Platz für neue Gesichter zu machen und uns anderen Herausforderungen zu widmen.
Kürzlich konnte ich mich mit Kent unterhalten.

Frage: Hallo Kent, schön dich wiederzusehen! Nach der letzten Saison trennten sich ja unsere Wege, mich verschlug es in die zweite englische Liga, während du erstklassig bliebst und bei Benfica Lissabon angeheuert hast. Konntest du dich bereits in Portugal einleben?
Das ist wirklich nett, wieder mal mit dir zu plaudern. Ich hatte noch nicht allzuviel Zeit, mich in Portugal einzuleben. Ich musste mich vor allem darum kümmern, meine neue Mannschaft kennenzulernen und die jeweiligen Gegner zu studieren. Insgesamt habe ich aber das Gefühl, dass die Mentalität nicht viel anders ist als in Griechenland.
Was waren für dich anfangs die größte Veränderung?
Nun ja, es gab anfangs schon einige sprachliche Barrieren, aber das wird von Tag zu Tag besser. Ich fühle mich wirklich schon recht wohl.
Ich habe Gerüchte gehört, dass du auch mit dem Gedanken gespielt hast, in England einen Vertrag zu unterschreiben. Ist da was dran?
Ich mag den englischen Fussball sehr, und auch was das Traineraufgebot anbelangt, brauchen sich die englischen Ligen nicht zu verstecken. Insofern muss ich keinen Hehl daraus machen, dass mich der Sprung auf die Insel durchaus gereizt hätte. Es gab denn auch Angebote mehrerer englischer Vereine. Ich hätte nur noch zusagen müssen. Aber ich habe mich letztlich doch gegen England entschieden – jedenfalls für den Moment.
Was war der ausschlaggebende Punkt für Portugal?
Das Gesamtpaket war entscheidend. Auch die portugiesische Liga ist stark besetzt und Benfica ist ein Verein mit grossartiger Tradition. Das hat einfach gepasst. Es hat mich gereizt, diesen Verein wieder dorthin zu führen, wo er hingehört.
Was willst du mit Benfica noch erreichen – diese Saison und langfristig?
Im Moment zählt nur der Klassenerhalt. Nach den selstamen Trainingsmethoden meines Vorgängers – da waren Räucherstäbchen und Fruchtbarkeitstänze im Spiel – hatten wir einige Defizite aufzuholen, aber ich denke, wir sind auf gutem Weg. Längerfristig kann das Ziel nur lauten, Benfica in den internationalen Wettbewerb zu führen – vielleicht gibt es ja einmal ein Stelldichein mit einem Vertreter aus England. Ich weiss natürlich, dass die Fans von einem Titel träumen. Das halte ich auch nicht für unrealistisch, allerdings wird das nicht von heute auf morgen gehen.

Best regards!

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