Monatsarchiv: Februar 2008

Tea Time! #11

Dear readers,
wir wissen ja alle, dass in der aktuell laufenden Saison nur noch zwei Spieltage zu absolvieren sind. Ich habe mich dazu entschlossen, mir einmal anzusehen, ob es die jeweiligen Spitzengruppe und der Tabellenkeller beider englischer Ligen geschafft haben, während der Saison mit konstanter Form zu spielen oder ob eventuell eine Formkrise oder aber einige gute Spiele gereicht haben, um dort anzukommen, wo sie sich derzeit befinden.
Leicester City, aktueller Tabellenführer der Premier League, bewegte sich in dieser Spielzeit einmal quer durch die Tabelle. Zwischenzeitlicher Tiefpunkt war ein sechzehnter Platz, die Verlaufsdarstellung der Tabellenposition von Leicester ist gekennzeichnet von zahlreichen Richtungswechseln. Vor allem im Mittelfeld der Liga bewegte sich der Klub um Trainer Emanuel Cannavaro. Erst seit etwa zehn Spielen kann Leicester einen konstanten Aufwärtstrend nachweisen, der eben bis an die Tabellenspitze führte.
Der Tabellenzweite FC Liverpool hingegen präsentierte sich konstanter. Von einigen Spieltagen am Anfang einmal abgesehen fanden sich die Reds eigentlich immer auf Plätzen, die zur Qualifikation für den internationalen Wettbewerb berechtigten, wieder, meist auf den allerersten Rängen.
Ähnlich geht es dem Dritten der Premier League, dem Fulham FC. Auch das Team um Les Barry bewegte sich größtenteils im ersten Drittel der Tabelle. Jedoch ist kein Auf- oder Abwärtstrend ausmachbar, vielmehr bewegte sich Fulham langfristig eher seitwärts als nach oben oder unten.
Beim derzeitigen Tabellen-Siebzehnten der Premier League, Cardiff City, ist die momentane Spielzeit geprägt von vielen Sprüngen. Auf eine Reihe von schlechten Spielen kamen stets immer wenige gute Partien, die Cardiffs Tabellensituation kurzfristig aufbesserten. Auf lange Sicht zeigt die Kurve jedoch nach unten und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Cardiff als Resultat dieser unsteten Form auf einem Abstiegsplatz wiederfindet.
Eindeutiger geht es hingegen bei Wigan Athletic zu, das derzeit einen Platz schlechter als Cardiff steht. Nach nur zehn Spielen war Wigan eindeutig im Tabellenkeller angekommen und konnte sich daraus auch nicht mehr befreien. Anfangs auf einem zweiten Platz, zuletzt Abstiegskandidat – auch so kann ein Saisonverlauf aussehen…
Dieser Verlauf ist auch den Wolverhampton Wanderers bekannt. Der Tabellenletzte der Premier League entwickelte sich quasi parallel zu Wigan Athletic, jedoch stets immer ein, zwei Plätze in der Tabelle schlechter. Für die Wanderers sieht es derzeit stark nach Abstieg aus.
Interessant sind auch die Saisonverläufe des Spitzentrios der First Championship. Nahezu deckungsgleich zeigen sich Tottenham Hotspur, FC Watford und die Bolton Wanderers und teilten die ersten drei Plätze de facto über weite Strecken der Saison unter sich auf.
Nahezu genauso sieht es unter umgekehrtem Vorzeichen am Ende der Tabelle der zweiten englischen Liga aus. Reading FC, die Milton Keynes Dons und Crewe Alexandra verabschiedeten sich relativ zügig gen Tabellenende und meldeten sich von dort auch nicht wieder. Ein Höhenflug mit anschließendem Absturz ist bei keinem der drei Vereine zu verzeichnen, vielmehr erwecken die drei Vereine eher den Eindruck, dass ihr Kader nicht zweitligatauglich sei.

Best regards!

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Müssen wird uns jetzt an diesen Zustand gewöhnen???

Versuche seit etwa einer Stunde auf Copa zuzugreifen, doch weder die Seite des Forums noch Copa selber sind zu erreichen…oh je…  

Tea Time! #10

Dear readers,
für diese Woche habe ich mir vorgenommen, mich mit einem Vorfall zu befassen, der glücklich für die englische Premier League verlief. Im UEFA-Cup trafen in der Gruppe L die englischen Queens Park Rangers auf die Schweden von Halmstads BK, Roter Stern Belgrad und dem griechischen Klub AO Veria. Eigentlich wären die Rangers ausgeschieden – doch dann versagte das Regelwerk und auf einmal konnte man sich über ein englisches Weiterkommen freuen. Lesen Sie eine Geschichte von unglaublichen Zufällen und zornigen Trainern.

Die Gruppenspiele verliefen für Veria und die Queens Park Rangers weitgehend parallel. In ihrem ersten Heimspiel konnten beide einen klaren Sieg verbuchen, das erste Auswärtsspiel ging glasklar in die Hose. Im ersten direkten Aufeinandertreffen behielten die Rangers die Nase vorn, im Rückspiel gewann Veria. Das fünfte Gruppenspiel gewannen beide Klubs, im sechsten Spiel konnten beide keine Punkte sammeln. Nach insgesamt sechs Partien also eine Bilanz von drei Siegen und drei Niederlagen auf beiden Seiten. Ein Blick auf die Tordifferenz verrät: +2. Beide. Also ein genauerer Blick auf die erzielten Tore: 16:14 – und zwar bei beiden Vereinen. Nach dem Ende der Gruppenphase stehen also in Gruppe L AO Veria und die Queens Park Rangers punkt- und torgleich da. Wie geht es weiter? Ein Blick auf die Tabelle verrät: die Rangers kommen weiter, Veria ist ausgeschieden.

Für die Griechen ein Eklat! Trainer Powerkraut erhob Einspruch, er sah sich im Recht. Bei Punkt- und Torgleichheit zähle der direkte Vergleich, so der ehemalige bulgarische Rekordmeister. Und den habe AO Veria für sich entscheiden können, schließlich hatte man bei den beiden Begegnungen eine bessere Tordifferenz als die Rangers. Die Nordgriechen hatten nach einer 5:2-Niederlage gegen die Briten zuhause 4:0 gewonnen, also die 3 Tore Rückstand aus dem Hinspiel mit vier Toren im eigenen Stadion amortisiert. Der Verein pochte auf eine Änderung der Tabelle am grünen Tisch. Powerkraut ereiferte sich im Kreis der internationalen Trainergemeinschaft und erklärte, er spiele mit dem Gedanken, seinen Vertrag im Falle eines Ausscheidens fristlos zu kündigen und seine eigene Karriere auf der Stelle zu beenden. Nachdem der empörte Coach der Griechen wieder zur Besinnung gekommen war, stimmte die internationale Trainervereinigung seiner Auffassung der Geschichte zu. Die amtlichen Tabellen seien inkorrekt und müssten geändert werden.
Umgehend wurde ein entsprechender Antrag an die FIFA verschickt, doch die dortigen Mühlen schienen langsamer zu mahlen. Nach langer Bedenkzeit wurde der Antrag abgelehnt. Zwar sei die Tabelle falsch, aber die Queens Park Rangers hätten sich bereits mental und finanziell auf die neue Runde im UEFA-Cup eingestellt. Eine Entscheidung am grünen Tisch wurde damit abgelehnt.

Viele befürchteten, dass ein zweiter Wutausbruch von Powerkraut folgen beziehungsweise er seine Androhung, das sofortige Ende der Trainerkarriere, wahr machen würde. Der Griechenland-Trainer schien es jedoch gefasster als zuletzt aufzunehmen, sein Vertrag wurde nicht gekündigt – ein Segen für den Fußball! Dennoch: Das Weiterkommen der Queens Park Rangers bleibt mit einem Makel behaftet. Natürlich kann den Engländern kein Vorwurf gemacht werden, gegen sie wurden auch nie direkt Anschuldigungen erhoben. Aber trotzdem ist der Klub weiterhin im UEFA-Cup vertreten. Mit jeder weiteren Qualifizierung für die nächsten Runden wird man den Rangers nachsagen, sie seien eigentlich nur noch wegen eines Fehlers der FIFA da.

Best regards!

Ja, wo isn das Forum hin???

„Das Forum befindet sich zur Zeit aus folgenden Gründen im Wartungsmodus:

Für die Übergabe kurzzeitig abgeschaltet !

Gruß
El Grande

Bitte versuchen Sie einen weiteren Zugriff später nocheinmal. “

El Gringo is back?????!!! 😉

Tea Time! #9

Dear readers,
ich habe mir für diese Woche vorgenommen, in dieser Woche über etwas zu schreiben, was ich hier noch nie getan habe: den englischen Fußball in der Welt außerhalb von Copa.

In der vergangenen Woche gab es einen Tag, an dem Freunde des englischen Fußballs besonders hellhörig geworden sein müssten. Am Mittwoch, den 6. Februar, war der fünfzigste Jahrestag des Munich Air Disaster. An diesem Tag des Jahres 1958 kamen im Schneetreiben von München acht Spieler von Manchester United ums Leben – und ein Verein stand unter Schock.

Manchester spielte zu dieser Zeit einen sehr schnellen, offensiven Fußball – und die Mannschaft war so jung, dass auf ihr die Hoffnungen des englischen Fußballs ruhten. Die Busby Babes, wie man sie rief, beherrschten eine Vorform des heute modernen Spiels mit offensiven Außenverteidigern und einem starken Mittelfeld.
Das Team befand sich auf dem Rückflug auf einem Europapokalspiel gegen Roter Stern Belgrad. Nur 48 Stunden später mussten die Spieler zurück in Manchester sein, um in der Premier League gegen die Wolverhampton Wanderers antreten zu können. Der eng gesteckte Terminplan war sicherlich die Hauptursache, weshalb die Chartermaschine mit den Fußballern an Bord an diesem Tag überhaupt noch abheben wollte.
United hatte einen jungen, aber routinierten Piloten engagiert, den 36-jährigen James Thain, der obendrein auch noch Vorsitzender der britischen Pilotenvereinigung war – also ein qualifizierter Mann, von dem man durchaus erwarten konnte, dass er im Ernstfall die Kohlen aus dem Feuer holt, wenn es technische Probleme gibt.
Die Untersuchungskommission versuchte später, Thain als den Hauptschuldigen zu benennen und vertuschte dabei die Fehler, die es von der Flughafenseite gab. So war es nicht möglich, die Startbahn vom Schnee zu räumen. Schneehöhen von 2cm galten als akzeptabel und ein solcher Wert wurde auch auf der Rollbahn gemessen. Allerdings war die Schneedecke im letzten Drittel der Startbahn dicker und lag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über den erlaubten 2cm. Eigentlich hätte somit überhaupt keine Starterlaubnis erteilt werden dürfen.

Doch unabhängig von der Schuldfrage bleibt das Resultat gleich: An diesem Februartag vor fünfzig Jahren starben eine ganze Reihe talentierter englischer Fußballer und stürzten das Land in ein nationales Trauma.
Roger Byrne, Mannschaftskapitän, heute als einer der ersten englischen Außenverteidiger moderner und offensiver Prägung bekannt, fand ebenso den Tod wie Tommy Taylor, der Stoßstürmer mit der Quote von 128 Toren in 198 Spielen, Eddie Colman, der technisch beschlagene Mittelfeldspieler, Liam Wheelan, der als Halbstürmer vor allem durch Spielübersicht und präzises Passspiel glänzte und als einziger vor dem dritten Startversuch eine Todesahnung hatte („If this is the end, I’m prepared to go, I’m a good Catholic boy“ ist von ihm verbürgt), und Duncan Edwards, der in den Augen vieler Experten der beste englische Spieler überhaupt und trotz seines jungen Alters von nur 21 Jahren für seine äußerst spektakulären Tore bekannt war. All diese Fußballer fanden den Tod in München, obwohl man sich im Klinikum rechts der Isar mit unglaublichem Willen und Eifer um die Überlebenden gekümmert hatte (so kämpfte Edwards zwei Wochen mit dem Tod, verlor den Kampf aber schließlich).

Bobby Charlton, der als Verkörperung des Fairplay galt, überlebte das Unglück nur leicht verletzt, doch er konnte nicht verschmerzen, dass er viele seiner Freunde durch den Unfall verloren hatte. Er spielte weiter für Manchester, doch er alterte äußerlich rapide. Wie der ganze Verein schien er beseelt von der Vorstellung, durch sportliche Erfolge den Toten von München einen Sinn geben zu können. Bis zu dem Unfall herrschte die einhellige Meinung, mit den Busby Babes seien alle denkbaren Erfolge möglich. Nun mussten ihre Nachfolger in die Rolle der Ersatzhelden schlüpfen; man erwartete von ihnen, dass sie im Sinne der Babes spielten und genauso für den Verein brannten und kämpften – eine Erwartungshaltung, mit der vor allem die zugekauften Spieler von anderen Klubs ihre Probleme hatten. Als Manchester United 1968, also genau zehn Jahre nach dem Munich Air Disaster, den Europacup holen konnten, sagte George Best, der der Generation nach den Busby Babes entsprang, über seinen Mannschaftskollegen: „In diesem Augenblick wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass Bobby Charlton ein alter Mann ist.“ Der brachte nicht mehr die nötige Kraft auf, um an der Siegesfeier teilzunehmen. Zehn Jahre lang hatte er den Verlust seiner Freunde und Kameraden dadurch zu bewältigen versucht, indem er den Erfolgen, die er eigentlich mit ihnen hatte feiern wollen, nachjagte. Als er das nach zehn Jahren geschafft hatte, lag er einsam in seinem Hotelzimmer und weinte.

In stillem Gedenken.
Best regards!

Vor fünfzig Jahren

Heute jährt sich zum fünfzigsten Mal das Flugzeugunglück am Münchener Flughafen, das eine ganze Generation Spieler von Manchester United und die Hoffnungen des englischen Fußballs an der Wand eines Wohnhauses zerschellen ließ.

In stillem Gedenken an Geoff Bent, Roger Byrne, Eddie Colman, Duncan Edwards, Mark Jones, David Pegg, Tommy Taylor, Liam Wheelan und all die anderen Todesopfer.

Entschuldigt…

Entschuldigt die Beitragsflaute in letzter Zeit, aber ich bin im Moment eher damit beschäftigt, in Cord-Hose, karierten Hemd und mit Hosenträgern über die Bretter, die die Welt bedeuten, zu tigern. (Zum Glück hat’s nichts mit Fasching zu tun…)