Tea Time! #10

Dear readers,
für diese Woche habe ich mir vorgenommen, mich mit einem Vorfall zu befassen, der glücklich für die englische Premier League verlief. Im UEFA-Cup trafen in der Gruppe L die englischen Queens Park Rangers auf die Schweden von Halmstads BK, Roter Stern Belgrad und dem griechischen Klub AO Veria. Eigentlich wären die Rangers ausgeschieden – doch dann versagte das Regelwerk und auf einmal konnte man sich über ein englisches Weiterkommen freuen. Lesen Sie eine Geschichte von unglaublichen Zufällen und zornigen Trainern.

Die Gruppenspiele verliefen für Veria und die Queens Park Rangers weitgehend parallel. In ihrem ersten Heimspiel konnten beide einen klaren Sieg verbuchen, das erste Auswärtsspiel ging glasklar in die Hose. Im ersten direkten Aufeinandertreffen behielten die Rangers die Nase vorn, im Rückspiel gewann Veria. Das fünfte Gruppenspiel gewannen beide Klubs, im sechsten Spiel konnten beide keine Punkte sammeln. Nach insgesamt sechs Partien also eine Bilanz von drei Siegen und drei Niederlagen auf beiden Seiten. Ein Blick auf die Tordifferenz verrät: +2. Beide. Also ein genauerer Blick auf die erzielten Tore: 16:14 – und zwar bei beiden Vereinen. Nach dem Ende der Gruppenphase stehen also in Gruppe L AO Veria und die Queens Park Rangers punkt- und torgleich da. Wie geht es weiter? Ein Blick auf die Tabelle verrät: die Rangers kommen weiter, Veria ist ausgeschieden.

Für die Griechen ein Eklat! Trainer Powerkraut erhob Einspruch, er sah sich im Recht. Bei Punkt- und Torgleichheit zähle der direkte Vergleich, so der ehemalige bulgarische Rekordmeister. Und den habe AO Veria für sich entscheiden können, schließlich hatte man bei den beiden Begegnungen eine bessere Tordifferenz als die Rangers. Die Nordgriechen hatten nach einer 5:2-Niederlage gegen die Briten zuhause 4:0 gewonnen, also die 3 Tore Rückstand aus dem Hinspiel mit vier Toren im eigenen Stadion amortisiert. Der Verein pochte auf eine Änderung der Tabelle am grünen Tisch. Powerkraut ereiferte sich im Kreis der internationalen Trainergemeinschaft und erklärte, er spiele mit dem Gedanken, seinen Vertrag im Falle eines Ausscheidens fristlos zu kündigen und seine eigene Karriere auf der Stelle zu beenden. Nachdem der empörte Coach der Griechen wieder zur Besinnung gekommen war, stimmte die internationale Trainervereinigung seiner Auffassung der Geschichte zu. Die amtlichen Tabellen seien inkorrekt und müssten geändert werden.
Umgehend wurde ein entsprechender Antrag an die FIFA verschickt, doch die dortigen Mühlen schienen langsamer zu mahlen. Nach langer Bedenkzeit wurde der Antrag abgelehnt. Zwar sei die Tabelle falsch, aber die Queens Park Rangers hätten sich bereits mental und finanziell auf die neue Runde im UEFA-Cup eingestellt. Eine Entscheidung am grünen Tisch wurde damit abgelehnt.

Viele befürchteten, dass ein zweiter Wutausbruch von Powerkraut folgen beziehungsweise er seine Androhung, das sofortige Ende der Trainerkarriere, wahr machen würde. Der Griechenland-Trainer schien es jedoch gefasster als zuletzt aufzunehmen, sein Vertrag wurde nicht gekündigt – ein Segen für den Fußball! Dennoch: Das Weiterkommen der Queens Park Rangers bleibt mit einem Makel behaftet. Natürlich kann den Engländern kein Vorwurf gemacht werden, gegen sie wurden auch nie direkt Anschuldigungen erhoben. Aber trotzdem ist der Klub weiterhin im UEFA-Cup vertreten. Mit jeder weiteren Qualifizierung für die nächsten Runden wird man den Rangers nachsagen, sie seien eigentlich nur noch wegen eines Fehlers der FIFA da.

Best regards!

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